Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz

Nach langem Vorbereiten hat der Bundestag nun das 2. Pflegestärkungs-gesetz beschlossen. Die neuen Regelungen bringen den Patienten und den pflegenden Angehörigen ab dem 01.02.2017 viele Vorteile. Über die wichtigsten Neuerungen möchte ich Sie kurz informieren.

 

Pflegegrade anstatt Pflegestufen

Ab dem 01.01.2017 gibt es keine Pflegestufen mehr, sondern Pflegegrade. Wenn Sie bereits eine Pflegestufe hatten, wurde diese automatisch in den entsprechenden Pflegegrad umgewandelt. Für Kunden vor 2017 besteht Bestandschutz.

 Neue Beträge für Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Haben Sie sich für die Kombinationsleistung entschieden, wird diese natürlich anteilig angehoben. Gerne berechnen wir Ihnen Ihre neuen Leistungsansprüche.

 

Neue Leistungen für Ihre Betreuung und die Entlastung Ihrer Angehörigen 

Der Anspruch auf Betreuungsleistungen wird ausgeweitet.
Künftig wird jeder, der einen Pflegegrad hat, einen zusätzlichen Betreuungs-betrag von 125 € pro Monat erhalten. Diese Leistungen können Sie für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen mit einsetzen. Sie können den Betrag anders als bei der Verhinderungspflege bis zu 1½ Jahren ansparen. Wenn diese Leistungen nicht abgerufen werden, wird er verfallen, denn eine Auszahlung wie beim Pflegegeld ist nicht möglich.
Wenn Sie darüber hinaus weitere Betreuungs- und Entlastungsleistungen wünschen, ist dies auch kein Problem: Wenn Ihre Grundpflege sichergestellt ist, können Sie bis zu 40% des Leistungsbetrags der ambulanten Pflege für Betreuungs- und Entlastungsangebote einsetzen. Es ist aber zu beachten, dass durch diesen Betreuungsbetrag keine Pflegeleistung (wie zum Beispiel Hilfe beim Baden) bezahlt werden darf. Dafür ist das Pflegegeld und die Verhinderungspflege zu verwenden.
Ausnahme: bei Pflegegrad 1.

 

 Mehr Geld für die Tagespflege

Wenn Sie in eine Tagespflege gehen oder überlegen, dies zu tun, haben Sie eine deutliche finanzielle Unterstützung zu erwarten. Denn für den Besuch der Tagespflege steht Ihnen künftig ein eigener Betrag aus der Pflegeversicherung zur Verfügung. Dieser ist genau so hoch wie die Pflegesachleistungsbeträge für die ambulante Pflege (siehe Übersicht: Neue Beträge für Pflegesachleistungen und Pflegegeld).

 

Flexibilität bei der Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege

Der Betrag für die Verhinderungspflege und der Betrag für Kurzzeitpflege erhöht sich jeweils auf 1.612 €. Sie haben wie immer auf beide Leistungen im Jahr Anspruch. Neu ist, dass sie 50% vom Jahresanspruch der Kurzeitpflege für die Verhinderungspflege, die wir Ihnen anbieten können, übertragen können. Das heißt, wenn Sie keine Kurzeitpflege haben möchten, können Sie für die Verhinderungspflege bis zu 2418 € im Jahr ausgeben.

 

Pflegehilfsmittelpauschale

Für Pflegehilfsmittel zahlt Ihnen Ihre Pflegekasse jetzt 40 € anstatt 31 €. Diese können Sie weiterhin über uns bestellen (wir arbeiten mit der Fa. Wundpunkt in Bayreuth zusammen), auch wenn Sie kein Kunde der Diakoniestation sind. Hilfsmittel sind zum Beispiel: Handschuhe, Desinfektionsmittel, waschbarer Bettschutz.

 

Geld für Umbaumaßnahmen

Wenn Sie Anpassungen in Ihrer Wohnung oder Haus vornehmen, können Sie hierfür statt bisher 2.557 € nun bis zu 4.000 € pro Maßnahme von Ihrer Pflegekasse als Zuschuss erhalten. Wohnen Sie mit mehreren pflegebedürftigen Menschen zusammen, kann sogar ein Betrag bis zu 16.000 € eingesetzt werden.

 

Bessere Leistungen für pflegende Angehörige

Aufgrund von Berufstätigkeit fällt es den Angehörigen oftmals schwer, Sie in Ihrer Situation zu unterstützen. Hier gibt es künftig Erleichterungen. Denn der Gesetzgeber hat beschlossen, dass die Pflegeversicherung ein Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung für eine 10-tägige bezahlte Freistellung vom Beruf für die Pflege eines Angehörigen zahlt.

 

Haben Sie noch Fragen zu den neuen Leistungen?

Sprechen sie uns einfach an.

Oder wählen Sie die Telefonnummer 09278 98000.

 

Mit herzlichen Grüßen

Christian Herzing

Pflegedienstleitung Diakonie Weidenberg