Offene Kirchen an Erntedank 2014

 

Tag der Offenen Kirchen in Nordostbayern
an Erntedank 2014

Auch für die Kirchenmäuse

 

Samstag, 4. Oktober, 18.00 Uhr, die Kirche ist menschenleer. Endlich können wir Kirchenmäuse alles ungestört betrachten. Ein tolles Versteck haben die Frauen aus Waizenreuth für uns gemacht. Wir sitzen in der frisch gebundenen Erntekrone. Das riecht gut hier unten, schmecken tut es noch viel besser. Aber das Schönste daran ist der tolle Ausblick, wir sehen alles, was in der Kirche geschieht.

Da stehen einige reich gedeckte Tische.


Der Tisch des Herrn

 


Der Tisch der Mäuse

 


Der Frühstückstisch

 

Wo auch immer wir hinschauen, überall stehen Früchte, Getreide, Kartoffeln, Rüben, Blumen.....
Haben wir Kirchenmäuse es gut, das alles müssen sich die Feldmäuse mühsam zusammentragen. Das steht normalerweise draußen in den Gärten und in den Feldern. Für uns Kirchenmäuse wurde der Tisch in der Kirche reich gedeckt.

 

Oder ist das gar nicht für uns gebracht worden?

Am Sonntag morgen ist uns ein Licht aufgegangen. Heute feiern die Menschen in Weidenberg das Erntedankfest. Viele sind gekommen (wir haben sie gezählt, es waren 160). Die Orgel und die Posaunen begleiten die Besucher bei ihrem Gesang. Pfarrer Daum ist der Boss, er leitet den Gottesdienst. Auf einmal gehen alle zum Tisch des Herrn und essen gemeinsam "Brot und Wein".  So nennen sie es jedenfalls.  Von der hohen Empore vernehmen wir wundersame Klänge von den Alphörnern.

 

Nach dem Beten erklingen noch einmal die Orgel und die Posaunen.

 

Die Gottesdienstbesucher verlassen die Kirche und wir laufen wieder auf den Speicher. Jetzt müssen wir uns ausruhen, so viele Menschen regen uns auf.

 

Tag der Offenen Kirchen in Nordostbayern
an Erntedank 2014

Am Erntedanksonntag haben 29 evangelische Kirchen (darunter St. Michael am Gurtstein) im nordostbayrischen Raum ihre Kirchentüren geöffnet und verschiedene Aktionen für die vielen Besucher angeboten.

In St. Michael wurde um 9.30 der Festgottesdienst gefeiert.

Danach spielten die Bläser vom Kirchturm und anschließend im Kirchhof.

 

Das Lager der Mittelaltergruppe "Historica Widenbergensis" war im Kirchhof aufgeschlagen. Wer Hunger hatte, konnte bereits Fladenbrot frisch aus dem Feuer zu sich nehmen.

 

Viele der Gottesdienstbesucher gingen wieder zurück in den reich geschmückten Kirchenraum, und bewunderten die vielen Erntegaben.

 

Um die Mittagsstunde war das Wirtshaus zum Brettla, neben der Kirche, ein Anziehungspunkt für alle Hungrigen.

Der Besucherstrom auf dem Gurtstein, zum Mittelalterlager und in den besinnlichen Kirchenraum, ließ den ganzen Nachmittag nicht nach.

Im Altarbereich konnten alte Aufnahmen der Michaelskirche und der Lindenfels-Gruft auf einer Leinwand angesehen werden.

 

An den vier angebotenen Turmführungen nahmen
45 Erwachsene und Kinder teil.

 


Die mechanische Turmuhr von 1904, sie ist nicht mehr in Gebrauch.

Mehr als 180 Menschen gingen in der Kirche ein und aus. Viele Fragen wurden gestellt, vor allem über die Kirchengeschichte. Die Besucher kamen aus Weidenberg, auch von auswärtigen Orten, ein Ehepaar war sogar aus Australien. Die Familie eines früheren Pfarrers kam von auswärts und freute sich über die Spuren ihrer Kindheit in Weidenberg. Andere erzählten, dass sie in dieser Kirche getauft und konfirmiert wurden und später weggezogen sind.

Rund um war es ein schöner und erfolgreicher Erntedanksonntag.
Dank gilt allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.

 

Dazu schrieb der Nordbayerische Kurier