Markgrafenkirchen entdecken

 

Karla Fohrbeck legte Faltplan über die Markgrafenkirchen in der Region Bayreuth-Kulmbach vor.

Vorgestellt wurde der Plan am 11. Juni 2015 in den Räumen der Regierung von Oberfranken. Unter Anderen waren anwesend: Regionalbischöfin Dorothea Greiner, Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Landrat Hermann Hübner und Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner.
Karla Fohrbeck mahnte, die Kirchen als ökumenische Räume und Stätten der Begegnung zu begreifen und ihre Türen offen zu halten.

Aus Nordbayerischer Kurier

 

Die Markgrafenkirchen in
Bayreuth und in der Region

Pressetext Karla Fohrbeck, Frank Nicklas

Die Reformation kam bald nach 1517 als Volksbewegung nach Bayreuth. Die 14 Priester an der Stadtkirche schlossen sich bis auf zwei Luthers Lehren an, predigten auf Deutsch, teilten das Abendmahl in beiderlei Gestalt aus, unterließen katholische Bräuche, verzichteten auf ihre Privilegien, wurden Bayreuther Bürger und zahlten Steuern.
1528 führte Georg der Fromme die Reformation offiziell ein und erließ eine „Evangelische Kirchenordnung“. Der regionale Adel schloss sich in den Folgejahren an. Bayreuth wurde zwar schon 1604 zur Residenz, aber erst im 18. Jh. – als die Folgendes 30jährigen Kriegs überwunden waren – entwickelte sich dieser besondere protestantische Barock als Kirchenstil
.
Unter den Markgrafen der Hohenzollern entstanden im Markgrafentum Brandenburg-Bayreuth zahlreiche sehenswerte Kirchenbauten, die heute als Markgrafenkirchen bekannt sind.
Neben dem UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus sowie den Schlössern und Gartenkunstanlagen sind die etwa 50 Markgrafenkirchen in der Region Bayreuth-Kulmbach eine Entdeckung und eine Reise wert. Die besonders sehenswerten Markgrafen-Kirchen in Bindlach, Neudrossenfeld und St. Johannis sind nur Beispiele. Generell überraschen in scheinbar einfachen Land- und Chorturmkirchen, teils mittelalterlichen Ursprungs, wundervolle Innenräume als Raumkunstwerke des Bayreuther Rokoko. Als lichtdurchflutete Saal- und Festkirchen weisen die typisch protestantischen Kirchen in Bayreuth und in der Region
in ihren Innenräumen italienischen Einfluss auf, während die Außenfassaden eher von der französischen Architektur beeinflusst sind. Typisch für die Bayreuther Markgrafenkirchen ist u.a. der Kanzelaltar, bei dem die Kanzel in den Altaraufbau, oft zusammen mit wertvollen Ausstattungsstücken früherer Epochen, integriert wird. Ebenso typisch sind die mindestens dreiseitigen, gelegentlich ganz umlaufenden Doppel-Emporen mit verbindenden, marmorierten Holz-Säulen. Bedeutende Werke europäischer und regionaler Hofkünstler, Kanzelaltäre, Stuckaturen und Deckengemälde, sind selbst in denkleinsten Dörfern zu finden. Die Dreifaltigkeits-Botschaft mit dem „Auge Gottes“ oder seinem Namen JHWH im Dreieck und Strahlenkranz, die Stationen auf dem Weg Jesu und die Erkenntnis-Beziehungen zwischen Anti-typen sind die drei zentralen Bestandteile bei der bildlichen Umsetzung der Botschaft, die allen Markgrafenkirchen gemeinsam ist: „Soli Deo Gloria…“, „Gott allein die Ehre“.
Zu einer touristisch interessanten europäischen Kulturregion gehören nicht nur romantische Landschaft oder regionale Vielfalt an Essen und Trinken, sondern auch sehenswerte Kirchen.
Besichtigungen und Ausflüge zu den protestantischen Markgrafenkirchen sind
eine Neuentdeckung und Bayreuths Beitrag zum Lutherjahr 2017.

 

Als ein Vorbild in der Region ist unsere St. Michaelskirche
am Gurtstein zu nennen.

Seit dem Jahr 2005 sind wir an der Aktion „Offene Kirchen in Bayern“ beteiligt und haben täglich geöffnet. Im Juli 2014 wurden wir zur Radwegekirche ernannt. Gedruckte Kirchenführer, offene Nachtkirche, Kirchenraumentdeckungen u.s.w. sind seit Jahren unser Angebot für den interessierten Besucher.
Unter 24 Markgrafenkirchen ist in dem Faltplan auch St. Michael eine ausführliche Spalte gewidmet (siehe unten). Sie erhalten ihn im Schriftenregal der Michaelskirche und im Pfarramt.